EnergieRegion Taunus – Goldener Grund

Neun Kommunen (Bad Camberg, Bad Schwalbach, Aarbergen, Heidenrod, Hohenstein, Hünfelden, Hünstetten, Niedernhausen und Weilrod) haben in 2014 gemeinsam mit der Süwag Energie AG die Strom-Netzgesellschaft „EnergieRegion Taunus - Goldener Grund GmbH & Co. KG“ gegründet. Die neun Kommunen halten zusammen 51 Prozent an der Gesellschaft, die Süwag die übrigen 49 Prozent. Die Netzgesellschaft startete am 01.01.2015 mit zwei Geschäftsführern, ein Geschäftsführer von den Kommunen und einer von der Süwag Energie AG.

Presse: Stromnetzkauf: Taunus-Goldener Grund

 

Hintergrundinformation zum Stromnetzkauf und der Gründung der "EnergieRegion Taunus - Goldener Grund"

Unter "Stromnetzkauf" haben wir grundsätzlich die Motivation von Kommunen zum Stromnetzkauf beschrieben und gehen als Praxisbeispiel darauf ein, wie sich im Taunus Kommunen zusammengefunden haben und sich bereit erklärten die Stromnetze zurückzukaufen. Nach der Bereitschaftserklärung der o.g. neun Kommunen mussten nun die wichtigen Details geklärt und geprüft werden.

Zunächst wurde für die Kooperation der Netzkaufinteressenten eine Machbarkeitsstudie von einem Fachbüro für Energiefragen sowie einer renommierten Anwaltskanzlei erstellt. Diese erbrachten ein realisierbares Ergebnis mit dem Vorschlag, bei dem Netzkauf und dessen Betrieb eine Kooperation mit dem bisherigen Netzinhaber Süwag und seiner Netzbetriebstochter Syna zu vereinbaren.

Für die darauf folgenden Verhandlungen mit dem Netzinhaber Süwag AG sicherten sich die neun Kommunen die fachliche Unterstützung des in der Energiebranche erfahrenen Dipl.-Ing. Manfred Zimmermann sowie der besten deutschen Fachanwaltskanzlei für Themen der Energie- und Infrastruktur-wirtschaft Becker, Büttner & Held.

Sie begleiteten die Verhandlungen und sorgten dafür, dass die Kommunen einen fairen Netzkaufpreis aushandeln und sich eine gute wirtschaftliche Konstellation für die firmentechnische Struktur mit entsprechendem Einfluss sichern konnten.


Die neun Kommunen kauften mit ihrer Beteiligungsgesellschaft EnergieRegion Taunus – Goldener Grund Beteiligungs GmbH & Co. KG (BERT) gemeinsam 51 % des Netzwerts und sicherten sich damit die Mehrheit der gemeinsamen Eigentumsgesellschaft(EnergieRegion Taunus – Goldener Grund GmbH & Co. KG / ERT, Sitz Bad Camberg) mit dem Partner Süwag (49 %). Das Strom-Verteilernetz wurde dann von der ERT für den Netzbetrieb an die Süwag-Tochter Syna GmbH verpachtet, die bereits bisher das Netz fachkundig betrieben hatte.


Die Kommunen erhalten wie bisher die Konzessionsabgabe für die Nutzung der kommunalen Flächen für die Elektroanlagen (Strommasten und -leitungen, Trafos usw.). Hinzu kommen entsprechende Gewerbesteuern. Die ERT erhält zudem eine Netznutzungsgebühr (Pachtzins). Konzessionsabgabe und Netznutzungsentgelt sind generelle Bestandteile des Strompreises, der von allen Stromkunden bezahlt wird.


Die Kommunen teilen sich ihr Netzeigentum nach vorher ausgehandelter Schlüsselung wie folgt:
Bad Camberg 15,6 %, Bad Schwalbach 13,6 %, Aarbergen 9,6 %, Heidenrod 11,0 %, Hohenstein 6,6 %, Hünstetten 10,6 %, Hünfelden 11,4 %, Niedernhausen 14,0 % und Weilrod 7,6 %.


Die Kommunen haben außer den Erträgen aus der Eigentumsgesellschaft ERT über diese auch Einfluss auf die Investitionen in das Stromnetz und seine Einrichtungen – was sie vorher nicht hatten. Sie haben dadurch auch Einfluss auf den Anschluss der Produktionsanlagen von Erneuerbaren Energien (z.B. Solar-und Windkraftanlagen usw.).

Sicher ist diese Netzübernahme gemeinsam mit der Süwag nicht ganz ohne wirtschaftliches Risiko – durch die sehr gründliche Vorbereitung mit technischen und juristischen Beratern aber weitgehend gut abgesichert.

Für FÖREN ist damit ein wichtiges Anliegen ihrer Arbeit im Aktionsbündnis PRO Stromnetzkauf Idsteiner Land / Hofheim / Bad Camberg gemeinsam mit seinen Partnern BUND und NABU realisiert worden. Wir werden die weitere Entwicklung dieser Netzübernahme aber auch weiter aufmerksam verfolgen.


Anmerkung (Niedernhausen)

Die Gemeinde Niedernhausen hat durch eine entsprechende Gestaltung ihres letzten Konzessionsvertrages mit der Süwag bei dessen Ablauf – im Gegensatz zu den anderen Kommunen des Idsteiner Landes – ihr Straßenbeleuchtungsnetz kostenfrei zurück erhalten. Sie hat den Betrieb dieses Netzes wieder an den bisherigen Betriebsführer Syna GmbH vergeben. Niedernhausen hat aber jetzt als Eigentümer auch vollen Einfluss auf die Investitionen in sein Straßenbeleuchtungsnetz (z.B. Umrüstung auf die energie- und kostensparende LED-Technik).

Das FÖREN-Vorstandsmitglied Klaus Henry hat als Fraktionsvorsitzender der WGN in 2015 hierfür einen Prüfantrag für die Beratung und Beschlussfassung in der Gemeindevertretung Niedernhausen eingereicht, zumal auch von der Bundesregierung eine solche Umstellung auf LED-Technik gefördert wird. Beispiel für diese Aktion war die Stadt Idstein, deren Stadtverordnetenversammlung Mitte 2015 beschlossen hatte, alle rd. 2.000 Straßenlaternen der Stadt auf LED-Technik umzustellen.