Weltklimaabkommen

195 Länder haben am 12 Dezember 2015 auf der UN-Klimakonferenz in Paris (COP-21) ein historisches Klimaabkommen beschlossen. Mit dem Beschluss soll die Welt auf einen Kurs gebracht werden, um die Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit auf unter 2° Celsius - möglichst sogar auf 1,5° Celsius - zu begrenzen und den Ausstoß von Treibhausgasen innerhalb weniger Jahrzehnte auf netto Null zu senken. Damit kommt zum ersten Mal überhaupt eine Stabilisierung des Weltklimas in Reichweite - und damit eine Begrenzung von Risiken wie Wetterextremen und Meeresspiegelanstieg. Das 2°-Ziel ist völkerrechtlich vereinbart, sobald 55 Staaten, die zusammen für 55 Prozent des globalen Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich sind,  das Abkommen ratifiziert haben.

 

Zweifellos ist es aber eine enorme Herausforderung, dieses Abkommen auch umzusetzen und den Ausstoß von Treibhausgasen innerhalb weniger Jahrzehnte auf netto Null zu senken (Dekarbonisierung). Es ist der Beginn, nicht das Ende, eines Prozesses. Dieser erfordert, dass nun rasch politische Maßnahmen ergriffen werden, die den Zielen des Klima-Abkommens gerecht werden.

mehr: UNFCCC: Historic Paris Agreement on Climate Change

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mehr: Klimaretter: Was der Klimavertrag wert ist

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EU - Schritte zur Umsetzung von Paris

Anfang März veröffentlichte die EU Kommission eine Mitteilung zur Umsetzung des Weltklimaabkommens von Paris :

  • Unterzeichnung und Ratifizierung des Abkommens soll so schnell wie möglich erfolgen
  • die EU soll am in Paris festgelegten Überprüfungsprozess teilnehmen
  • die erste Überprüfung soll jedoch erst 2023 stattfinden
  • Anpassungen der EU-Klimastrategie sollen erst für die Zeit nach 2030 vorgenommen werden

Die Aussagen riefen sogleich große Kritik hervor, sowohl aus Industrie als auch aus Zivilgesellschaft. Das 40-Prozent-Ziel der EU für 2030 sei zu niedrig, um das in Paris beschlossene Langzeitziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, zu erreichen.

mehr: Deutscher Naturschutzring: Erste Schritte zur Umsetzung von Paris

 

 

175 Länder unterzeichnen den Weltklimavertrag

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie unterzeichneten die Vertreter von 175 Ländern am 22. April 2016 den Weltklimavertrag. Laut Presseberichten wollen China und die USA, die zusammen für 40% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, das Weltklimaabkommen noch in 2016 ratifizieren. Der drittgrößte Klimasünder, die EU, will ebenfalls in der "ersten Welle" mit dabei sein.

mehr: fr-online: Eine Feier fürs Klima

 

 

Weltklimavertrag kann Anfang November 2016 in Kraft treten

Das Weltklimaabkommen tritt in Kraft, wenn mindestens 55 Staaten die zusammen für mindestens 55 Prozent des globalen Treibhausgas-Ausstoßes verantworten sind den Vertrag ratifiziert haben. Bis 30.9.2016 hatten 61 Staaten mit in Summe 48 Prozent des CO2-Ausstoßes den Vertrag ratifiziert - die wichtigsten davon sind die USA und China,  die kurz vor dem G20 Gipfel in China Anfang September 2016 den Vertrag ratifiziert hatten. Anfang Oktober kam Indien (vier Prozent) hinzu. Das Europaparlament hat das Pariser Klimaabkommen am 4.10.2016 ratifiziert, womit auch die 55 Prozent-Hürde überschritten wird und der historische Vertrag Anfang November 2016 in Kraft treten kann.

mehr: tagesschau.de: Weg frei für den Weltklimavertrag

mehr: Die Zeit: Weltklimavertrag: EU-Parlament stimmt für Pariser Klimaabkommen

mehr: Spiegel-Online: EU ratifiziert Klimaschutzabkommen

mehr: tagesschau.de: China ratifiziert UN-Klimaabkommen

 

 

Pakt gegen den Klimakiller FKW (Fluorkohlenwasserstoffe)

Die Staatengemeinschaft hat sich am 15.10.2016 in Kigali (Ruanda) auf ein Verbot der extrem klimaschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) geeinigt. Laut Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) haben fast 200 Länder einen Vertrag unterschrieben, der die schrittweise Abschaffung der chemischen Verbindungen vorsieht, die in Millionen Kühlschränken und Klimaanlagen weltweit im Einsatz sind. Mit dem Abkommen von Kigali soll das Montreal-Protokoll ergänzt werden, mit dem 1987 ein Verzicht auf Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) zum Schutz der Ozonschicht vereinbart wurde. Der Ersatzstoff FKW schädigt nun zwar nicht die Ozonschicht, trägt aber in erheblichem Maße zur Erderwärmung bei. Konkret ist die Treibhauswirkung der FKW je nach Verbindung um den Faktor 100 bis 15 000 höher als bei CO2. Die Gase sind in ihrer Zusammensetzung sehr stabil – sie wirken also über viele Jahre. 

Industrieländer – darunter auch Deutschland – sollen die Verwendung der FKW von 2019 bis 2036 um zunächst zehn bis hin zu 85 Prozent verringern. Schwellen- und Entwicklungsländern sollen die Verwendung der FKW bis 2024 einfrieren und dann schrittweise abbauen. Eine Reduktion um 85 Prozent soll dort bis 2045 erreicht sein. Die dritte Gruppe, bestehend aus Indien, Pakistan, Iran, Irak und die Staaten am persischen Golf beginnen erst 2028 mit der Verringerung des Outputs, das 85-Prozent-Ziel muss dort erst 2047 erreicht sein.

Insgesamt kann diese Maßnahme den Anstieg der Erderwärmung um etwa 0,5°C reduzieren. In anderen Worten: ohne diese Maßnahme wäre eine Erreichung der Begrenzung auf 1,5 bis 2°C Erderwärmung nicht zu erreichen.

mehr: fr-online: Pakt gegen Klimakiller

 

 

Weltklimaabkommen am 04.11.2016 in Kraft getreten

Das Pariser Klimaabkommen ist am 04.11.2016 in Kraft getreten, was ein beispielloser diplomatischer Erfolg ist. Noch nie war ein internationales Abkommen, das 195 Staaten betrifft, in nur elf Monaten in Kraft.

Das Abkommen enthält anspruchsvolle Ziele (Erderwärmung auf 1,5° - max. 2° Celsius stabilisieren). Doch auf ein gleichermaßen konsequentes Handeln zur Erreichung der Ziele haben sich die Staaten nicht verständigen können. Dass die in Paris beschlossenen Temperaturziele von der Wissenschaft noch für erreichbar gehalten werden, liegt im Wesentlichen daran, dass klimaökonomische Modelle den Einsatz von Technologien voraussetzen, mit denen der Erdatmosphäre im Lauf des Jahrhunderts in enorm hohem Maße Kohlendioxid entzogen werden kann (Geo-Engineering).

Deutschland schwächelt, den starken Worten und Symbolen nun Taten, sprich einen verbindlichen Fahrplan zur Erreichung des 40% Reduktionsziels bis 2020 und des 80-95% Reduktionsziels bis 2050 folgen zu lassen. Der fundierte und gute Entwurf aus dem Bundesumweltministerium aus April 2016 (Klimaschutzplan 2050) wurde vom Kanzleramt und den Ressorts Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft ausgehöhlt und in peinlicher Weise kurz vor dem Klimagipfel in Marrakesch von den beiden CSU geführten Ministerien Verkehr und Landwirtschaft sogar blockiert.

mehr: tagesschau.de: Pariser Klimavertrag tritt in Kraft

mehr: Zeit-online: Pariser Klimaabkommen - Führe oder später müssen alle auf Null

mehr: fr-online: Klimaschutzplan 2050 - Die Klima - Heuchler