Klimawandel und Ressourcenverknappung

Konsequenzen des "weiter so"

Die zunehmende Zerstörung des Ökosystems der Erde durch den Klimawandel und die Ressourcenerschöpfung sind zwei sich gegenseitig ergänzende Problemfelder. Ein Haupttreiber des menschengemachten Klimawandel ist die Verbrennung der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Gas. Billige Energie ist andererseits die Voraussetzung dafür Bergbau zu betreiben und Ressourcen zu akzeptablen Kosten zu fördern.[1]

 

Wohin aber könnte sich - im schlimmsten Fall und aus der langfristigen Perspektive betrachtet  - unsere Welt entwickeln, wenn wir keine Lösungen finden und so weitermachen wie bisher?

 

 

 

 

 

Klimawandel: worst-case Szenario

Für das Thema Klimawandel gibt es das Szenario einer galoppierenden Erderwärmung nachdem die Klimakipppunkte überschritten werden[1][2]. Eine Grafik, die erstmals die Kipp-Elemente im Zusammenhang mit der Entwicklung der globalen Erdmitteltemperatur zeigt findet sich in [2] und mittlerweile auch in Artikeln des PIK: mehr [3].

Würde solch ein selbstverstärkender Effekt nach der Überschreitung mehrerer Klimakippunkte einsetzen, hätten die Menschen kaum mehr eine Chance das Umkippen des Klima mit allen Konsequenzen für alles Leben auf der Erde aufzuhalten. Dies könnte Ausmaße einer unvorstellbaren, erdgeschichtlichen Katastrophe annehmen. Will man dazu aus der Erdgeschichte lernen, so empfiehlt sich das große Massenaussterben an der "Perm-Trias-Grenze" vor etwa 252 Millionen Jahren näher zu betrachten: 95 % aller meeresbewohnenden Arten sowie ca. 66 % aller landbewohnenden Arten starben damals in einem geologisch sehr kurzem Zeitraum aus. In "Selbstverbrennung" gibt Hans-Joachim Schellnhuber einen unaufgeregten und sachlichen Einblick, wie die Klimasituation in dieser Zeit war und durch welche Mechanismen ein "weiter so" der Menschheit solch ein Massensterben erneut auslösen könnte.[2]

Wird das Weltklimaabkommen von Paris konsequent umgesetzt und die Erderwärmung auf 1,5°C bis 2°C gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzt, so können wir mit hoher Wahrscheinlichkeit den Zusammenbruch des Ökosystems aufgrund des Klimawandel und die damit verbundene gigantische Katastrophe für das Leben auf der Erde verhindern.

 

 

Ressourcenverknappung: worst-case Szenario

Was sich bei einem "weiter so" nicht abwenden lässt, ist das Verschwinden der hochgradigen Erze und die großflächige Verteilung der Mineralien, die darin enthalten waren. Diese können nicht - jedenfalls nicht ohne einen enormen Energieaufwand - wiedergewonnen werden. Ein Szenario ("im schlimmsten Fall des "weiter so" und unter der glücklicherweise bereits heute überholten Annahme, dass kein signifikanter Ausbau der Erneuerbaren Energien stattfinden würde) wäre in der Folge die Rückkehr zu einer agrarischen Gesellschaft, da ja in solch einem Szenario auch die fossilen Energieträger verschwunden wären. Solch eine zukünftige Agrargesellschaft müsste mit dem zurechtkommen, was ihr das Industriezeitalter nach wenigen Jahrhunderten Raubbau hinterlassen hat wie beispielsweise degradierte Böden und kontaminiertes (Grund-)Wasser. Solch eine Gesellschaft wäre nach unserem heutigen Verständnis arm und hauptsächlich auf der Arbeit von Menschen und Tieren aufgebaut. Sie würde irgendwann zu einem Gleichgewicht kommen, wahrscheinlich mit einer erheblich kleineren Bevölkerung als heute.[2]

 

 

Lösungsansätze

Umstellung auf Erneuerbare Energien

Wollen wir also nicht in einer Klimakatastrophe enden oder in das Mittelalter mit seiner Agrargesellschaft zurückfallen, so müssen etwa 80% der heute bekannten fossilen Energieträger in der Erde bleiben. Die Nutzung von fossilen Energieträgern bricht nun also sehr viel schneller weg, als Politiker und Wirtschaftslenker dies bislang wahrhaben wollten. Offenkundig hat die weltweite Energiewende  erhebliche Auswirkungen auf Staaten und Konzerne, die von der Förderung fossiler Energieträger leben. Investiertes Kapital wird sich von den alten Geschäften mit fossiler Energie zu Erneuerbaren verlagern. Die alten Energiekonzerne müssen den gravierenden Strukturwandel nun zügig schaffen oder sie verschwinden vom Markt. Arbeitsplätze verlagern sich ebenso von der alten fossilen Energiewirtschaft zu Erneuerbaren. Der seit etwa 2015 stattfindende, radikale Umbruch bei den ehemals großen vier in Deutschland etablierten Energiekonzernen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall zeigt, dass man diese Entwicklung weder aufhalten noch aussitzen kann und je später man den Wandel einleitet, umso schmerzhafter gerät der Anpassungsprozess.

Obwohl einige wenige Länder Atomkraft immer noch fördern wollen, ist diese für die Lösung der globalen Energiefrage gleich aus mehreren Gründen keine realistische Option: wirtschaftlich förderbares Uran nicht ausreichend, AKW-Neubau viel zu teuer und zu langsam, weder AKWs noch die Atomzwischenlager sind sicher (vgl. Ressourcen).

Als Lösungsweg bleibt, Kohle Öl und Gas durch Erneuerbare Energien zu ersetzen. Erneuerbare Energien können auf unendlich viel Energie zurückgreifen, die uns durch die Kernfusion der Sonne, Gezeitenkraft aufgrund der Planetenbewegung und der Erdwärme aus der Entstehung der Erde und aktiver Georeaktoren geschenkt werden und die uns nach menschlichen Maßstäben unendlich zur Verfügung stehen. Aus dieser Perspektive betrachtet wird sichtbar, welch ein Irrweg es war, Kernfusion und Kernspaltung in die Ökosphäre der Erde holen zu wollen. Die Erde schenkt uns das Sicherheitssystem um unseren Lebensraum vor den schädlichen Folgen von Kernreaktionen zu schützen. Es ist viel günstiger, die Energie, die bei uns ankommt mittels EE-Anlagen zu nutzen.

Damit aber die Erneuerbaren Energien nicht in der Falle der Ressourcenverknappung landen, sollte bei der Auswahl und Konstruktion von vorneherein darauf geachtet werden, die zur Herstellung der EE-Anlagen notwendigen Ressourcen zu schonen und sie zu mehr als 90% wiederverwenden zu können (siehe unter Ressourcen das Thema Recycling und Cradle-to-Cradle Ansatz).

Die Erneuerbaren Energien sind nicht Ursache des bereits stattfindenden Klimawandel. Da die atomar-fossilen Energieträger aber keine Zukunft haben, müssen sich die Erneuerbaren mit den Folgen des Klimawandel herumschlagen. Sie müssen so ausgewählt und konzipiert werden, dass sie robust (resilient) gegen die Folgen des Klimawandel sind. H.J. Schellnhuber sieht unter dieser Anforderung Solarenergie, Windkraft, Gezeiten- und Wellenkraftwerke als die robustesten Optionen für die Zukunft[2].

 

 

Effizienz + Erneuerbare + Entgierung

Die einfache Formel von Ernst Ulrich von Weizsäcker "Effizienz+Erneuerbare+Entgierung" macht deutlich, dass der massive Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht alleine die Lösung ist. Erneuerbare-Energien-Anlagen haben einen Flächenbedarf.  In angemessenem Rahmen ist dies gesellschaftlich sicher akzeptabel. Wären aber die Fortschritte bei Effizienz und Entgierung zu schwach, so würden wir eine übergroße Menge an EE - Anlagen benötigen um unseren Energiehunger zu befriedigen. Dies wäre sicher keine gute Lösung aus Sicht von Umweltschutz und Ökologie. Klar ist aber auch, dass wir weder mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien warten können, bis wir "erst mal" eine hohes Niveau bei Energiespar-Initiativen erreicht haben noch wäre eine Fortschritt bei Effizienz und Erneuerbaren langfristig stabil, wenn nicht dem Rebound Effekt Einhalt geboten wird. Der von Weizsäcker vorgeschlagene Lösungsansatz ist

  • die weltweite Ressourcenproduktivität um etwa 75 bis 80 Prozent zu steigern (Effizienz) und
  • den Rebound Effekt mit der Ökosteuer in den Griff zu bekommen.

In 2010 hat Weizsäcker mit seinem Team nachgewiesen, dass solch eine Steigerung der Ressourcenproduktivität machbar ist. Heute kennen wir Beispiele (LED Beleuchtung, Plusenergiehaus), die diese Analysen bereits in der Praxis bestätigen oder sogar übertreffen. Auch die von dem "VW-Zukunftspakt" ausgelöste Debatte um die Wende in der Automobilindustrie in Deutschland zeigt, dass es schon alleine aus Wettbewerbsgründen für die deutsche Industrie existentiell ist, den Wandel nicht zu verschlafen[4]. Dies erfordert allerdings große Anstrengungen in der Industrie. Alle Produkte und Verfahren stehen auf dem Prüfstand und wohl die meisten davon müssen quasi neu gedacht, verbessert oder gleich neu entwickelt werden um den notwendigen Quantensprung in Effizienz zu erreichen.

 

 

Schonender Umgang mit Ressourcen

 

in Arbeit

 

 

Agrarwende

 

in Arbeit

 

 

Verkehrswende

 

in Arbeit