Einspeisevergütung und Eigenverbrauch

Einspeisevergütung

Anfang dieses Jahrhunderts betrug die Einspeisevergütung ca 50 ct/kWh. Sie ist seitdem in mehr oder weniger großen Schritten gesenkt worden. Gleichzeitig sind die Kosten für eine PV-Anlage drastisch gesunken. Bis 2016 ist die Höhe der Vergütung von Art und Größe der Anlage abhängig und unterlag einem Mechanismus, der eine kontinuierliche Absenkung der Vergütung vorsieht. Den großen Erfolg der Kostensenkung kann man am Stand der Einspeisevergütungen Oktober 2016 ablesen[1]

  • 12,31 ct/kWh für Dachanlagen bis zu 10 kWp. Darunter fallen in der Regel die auf Ein- oder Zweifamilienhäusern installierten Anlagen.
  • 11,97 ct/kWh für Dachanlagen von 10 kWp bis 40 kWp, wie man sie zum Beispiel auf größeren öffentliche Gebäuden findet.
  • 10,71 ct/kWp für Dachanlagen von 40 kWp bis 100 kWp.
  • 8,53 ct/kWp für Freiflächenanlagen bis 100 kWp.

Nach einer Untersuchung des Fraunhofer-Instituts vom August 2016 bleiben die Stromgestehungskosten einer Kleinanlage (bis 10kWp) selbst bei ungünstigen Einstrahlungsbedingungen unterhalb der Einspeisevergütung, wenn der Anlagenpreis eine Grenze von 1400 €/kWp nicht überschreitet.[2]

 

Am 1. Januar 2017 tritt die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2017) in Kraft. Die eigene kleine PV-Anlage von "Otto Normalverbraucher/-produzent" ist von den Änderungen zwar nicht betroffen. Dennoch ist das EEG 2017 ein Ärgernis für jeden engagierten Bürger, der die Energiewende voranbringen will.

Das EEG 2017 läutet einen "Paradigmenwechsel" ein. Die Vergütungshöhe des erneuerbaren Stroms wird ab 2017 nicht wie bisher staatlich festgelegt, sondern durch Ausschreibungen am Markt ermittelt.[4] Eine Übersicht zu den wichtigsten Änderungen mit dem EEG 2107 finden sich in [5]. Umweltverbände und die Opposition kritisierten die EEG 2017  Novelle scharf: "Deutschland bremse die Energiewende aus, will klimaschädliche Kohlekraftwerke so lange wie möglich im Markt halten und wird seine Klimaziele verfehlen. Das Erneuerbare Energien Gesetz – gestartet als weltweit wegweisendes Gesetz – würde nun zum Energiewende-Verhinderungsgesetz."[6]

Fest steht (nun leider), für Bürgerenergie bzw. wirkliche aktive Bürgerbeteiligung, die sich insbesondere auch in vielen kleinen Energiegenossenschaften bewährt hat, wird es nun äußerst schwierig bis unmöglich, sich in den teuren und aufwändigen Ausschreibungsverfahren gegen große Konzerne zu positionieren, die mit ausreichend Kapital im Hintergrund einsteigen und eine Durststrecke mit Kosten für einige verlorene Ausschreibungen verkraften können.

Immerhin:  die Pflicht zur Teilnahme an den Ausschreibungen trifft gemäß § 22 des EEG 2017 alle Anlagen ab einer installierten Leistung von 750 Kilowatt (kW) bei Windenergie an Land und Solarenergie bzw. 150 kW bei Biomasseanlagen. Anlagen mit geringerer Leistung haben – je nach Technologie und Größe der Anlage – nach wie vor einen gesetzlich festgelegten Förderanspruch für den Strom, den sie in das Netz einspeisen. Dabei erhalten Anlagen mit einer installierten Leistung bis 100 kW weiterhin eine feste Einspeisevergütung.

 

Eigenverbrauch

Bei den heute niedrigen Einspeisevergütungen wird es in der Regel günstiger sein, den erzeugten Solarstrom selbst zu nutzen. Das gilt für neue Anlagen, obwohl es bei ihnen für den Eigenverbrauch mittlerweile keine staatliche Vergütung mehr gibt – anders als bei Anlagen, die zwischen 2009 und 2012 entstanden. Seit einigen Jahren sind die Stromgestehungskosten von Photovoltaikanlagen niedriger als die aktuellen Strompreise und sind weiter im Fallen begriffen – mittlerweile auf etwa die Hälfte des Strompreises. Die Differenz ist auch bei nicht optimalen Standorten beträchtlich. Nach einer Studie des Fraunhofer-Institutes von 2013 lagen die Kosten zwischen 10 ct/kWh und 14 ct/kWh[3].

Bei neueren Anlagen, die nach dem 1. August 2014 entstanden sind und eine Größe von 10 kWp überschreiten, müssen die Betreiber von Solaranlagen dann allerdings seit 2014 einen Teil der EEG-Umlage von derzeit 6,35 ct/kWh (mit Umsatzsteuer 7,56 ct/kWh) zahlen und zwar 35% dieser Umlage im Jahr 2016, 40% ab Januar 2017.

Wer seinen Solarstrom selbst nutzen will, muss demzufolge die vom Netz bezogene und die ins Netz eingespeiste Energiemenge messen können, seine Photovoltaikanlage also mit einem Zweirichtungszähler oder Vergleichbarem ausstatten (z.B. für jede Richtung einen Zähler mit Rücklaufsperre).

Die "Eigenverbrauchsquote" ist dann ein viel diskutiertes Thema. Letztlich sollte man diese nicht zu optimistisch ansetzen. 20-30% erscheinen uns realistisch. Allerdings lässt sich diese Quote vom Nutzer beeinflussen, wenn man darauf achtet, Haushaltsstrom möglichst dann zu verbrauchen, wenn die Sonne scheint. Also setzt man Waschmaschine, Trockner oder auch Elektroherd möglichst um die Mittagszeit ein.