Enttäuschung über Große Koalition

FÖREN-Mitgliederversammlung diskutiert Energiewende.

Es sei beschämend, dass ausgerechnet Deutschland mit seinem erfolgreichen Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG), das von vielen Ländern weltweit kopiert wurde, als einstiger Vorreiter der Energiewende sowohl in Europa als auch bei weltweiten Konferenzen und Verhandlungen nun immer mehr als Bremser auftrete – so die Mitglieder des Förderkreises regenerative Energien im Taunus (FÖREN) e.V. bei ihrer aktuellen Mitgliederversammlung in Niedernhausen. Um die Arbeitsplätze in der Kohleindustrie noch möglichst lange zu erhalten, stemme sich auch die neue Bundesregierung gegen einen zügigen Ausstieg aus dem umweltschädlichsten fossilen Energieträger Kohle. Sie hat schon seit der Zeit der schwarz-gelben Koalition tausende von Arbeitsplätzen bei den Erneuerbaren Energien vernichtet bzw. deren Vermehrung behindert. Selbst der unübersehbare Klimawandel mit seinen zunehmenden Unwetter-katastrophen führe zu keinem Umdenken. Auch die Zerstörung mehrerer Dörfer und Rodung etlicher Waldflächen werde für den Braunkohle-Tagebau weiterhin in Kauf genommen. Die 2014 von der Bundesregierung beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen, das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 und der sogenannte Klimaschutzplan 2050 sind in ihrer Umsetzung viel zu langfristig geplant, als dass sie das in Paris – mit Zustimmung der deutschen Bundesregierung! – vereinbarte weltweite Klimaschutzziel noch rechtzeitig erreichen könnten.

 

Zusammenarbeit erforderlich

Umso wichtiger sei es, dass sich die Verfechter der Erneuerbaren Energien auf allen Ebenen noch enger zusammentun, um hier mehr Druck zu schnellerer Umsetzung des kompletten Umstiegs auf die Erneuer-baren Energien zu erzeugen. Auf regionaler Ebene im Rheingau-Taunus-Kreis habe sich deshalb FÖREN nicht nur mit dem Verein Pro Wind Niedernhausen zusammengeschlossen, sondern sei auch Mitglied des Bündnisses Energiewende Wiesbaden Taunus (ewwt) und des Kompetenzzentrums Erneuerbare Energien (KEE) des Rheingau-Taunus-Kreises, in dessen Fachbeirat FÖREN schon mehrere Jahre mitarbeite. Darüber hinaus sei FÖREN Ende 2017 auch Mitglied des deutschlandweit agierenden Vereins CO2-Abgabe e.V. geworden. Alles mit dem Ziel, die Kräfte für die Energiewende weiter zu bündeln.

 

Erhöhung des Preises für Ausstoß von CO2 wichtig

Eine möglichst zeitnahe, angemessene Erhöhung des Preises für den Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 ist ein zentrales Instrument für die notwendige Beschleunigung der Energiewende durch Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen – insbesondere aus der Braunkohle- und Steinkohle-Verbrennung. Dieser Meinung seien auch etliche namhafte Energie-Wissenschaftler und findet die Unterstützung von immer mehr Firmen, wie z.B. Siemens, Aldi Süd und die großen Energieversorger EON und EnBW.

Andere Europäische Staaten hätten durch eigene Maßnahmen zudem bewiesen, dass eine nationale Anhebung des CO2-Preises ohne Nachteile möglich ist – so z.B. Finnland (1990), Schweden, Norwegen, Dänemark, Slowenien (1997), Irland (2010), Großbritannien (2013) und Frankreich (2014). Frankreichs neuer Präsident Macron bemühe zudem sich intensiv darum, auch Deutschland für ein gemeinsames europäisches Vorgehen in dieser Frage zu gewinnen. 

 

Aktivitäten von Fören

Zu den Aktivitäten des Berichtsjahres trug Ulrich Hahn für den Vorstand vor, dass außer den Teilnahmen an Veranstaltungen wie z.B. Faktencheck Windenergie, beim Bündnispartner ewwt, dem Energiewende-stammtisch Taunusstein und den Sitzungen des Fachbeirats des KEE auch umfangreiche Arbeiten an den verbundenen Homepages von FÖREN und Pro Wind Niedernhausen erledigt wurden. Der dafür bisher verantwortliche Matthias Wohnig berichtete über den arbeitsaufwendigen „Frühjahrsputz“ bei den Homepages mit Reduzierung der Seitenumfänge. Außerdem seien zwei neue Beiträge zum Thema „Solaranlagen lohnen sich“ und die Solaranlagen in Niedernhausen eingestellt worden. Die Solarenergie sei im Rheingau-Taunus-Kreis im Gegensatz zur Windenergie die am wenigsten umstrittene Erneuerbare Energie.

Ab dem 10. Mai 2018 hat Klaus Henry die Verantwortung für die beiden Homepages übernommen. Alle anwesenden Mitglieder dankten seinem Vorgänger Matthias Wohnig für die intensive und hervorragende Betreuungsarbeit. Der Kassenbericht ergab gemäß Kassenprüfern eine einwandfreie Kassenführung, so dass der amtierende Vorstand einstimmig entlastet werden konnte. Bei der turnusgemäß anstehenden Vorstandneuwahl wurden Dietmar Kaus als Vorsitzender und Klaus Henry als Schriftführer wiedergewählt. Zum neuen Kassenwart wurde Ulrich Hahn gewählt, der Bernd Maurer nach dankenswerter, langjähriger Tätigkeit in dieser Funktion auf dessen Wunsch hin ablöste. Als Beisitzer im Vorstand wurden Joachim Würth und Wilfried Walz gewählt. Auch die bisherigen Kassenprüfer Manfred Hirt und Ulli Vogel wurden wiedergewählt. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

 

Zukünftige Arbeit von Fören

In der abschließenden Diskussion zur zukünftigen Arbeit von FÖREN wurde beraten, in welcher Weise die Förderung der Erneuerbaren Energien vor dem Hintergrund der derzeitigen Situation und Entwicklung neben den bisherigen laufenden Aktivitäten noch aktiver betrieben werden könne. Dies Thema soll bei weiteren Zusammenkünften noch entsprechend den aktuellen Anlässen und Möglichkeiten mit Ideen und deren Umsetzung konkretisiert und umgesetzt werden.