Klimawandel begrenzen

Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung (WGBU) veröffentlicht Empfehlungen zur Klimaschutzpolitik

Über das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 - 2°C zu begrenzen, ist sich die Weltgemeinschaft seit dem Weltklimaabkommen von Paris einig. Wie aber dies in der praktischen Umsetzung geschehen soll, dafür mangelt es an wirkungsvollen Programmen geschweige denn, die politischen Kräfte wären sich über konkrete Umsetzungsmaßnahmen einig. Der "wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WGBU)" hat nun anlässlich der G20 Präsidentschaft Deutschlands wichtige Vorschläge zur Umsetzung vorgelegt:

 

Dekarbonisierungsziel:

  • die G20 Staaten sollen ihre CO2-Emissionen bis 2050 auf Null absenken

Dekarbonisierungsstrategien:

  • rapider Ausbau erneuerbarer Energien
  • effektive Begrenzung des Energieverbrauchs
  • schneller Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger
  • Schutz und Wiederherstellung naturnaher Ökosysteme

G20 sollte sich kritisch zu Geoengineering positionieren

  • Maßnahmen mit dem Ziel der Manipulation des globalen Strahlungshaushalts sollten nicht weiter verfolgt werden
  • auf großskalige Änderung des Kohlenstoffkreislaufs sollte verzichtet werden

Die Kombination von Bioenergie mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (BECCS) im kleinen Maßstab sowie die chemische Bindung von CO2 aus der Luft sollte weiter erforscht werden.

 

Finanzierung: Zur Umsetzung sollten die G20-Staaten Zukunftsfonds (Staatsfonds) einrichten. Einnahmequellen:

  • CO2-Steuer, Emissionshandel: Bepreisung von CO2-Emissionen (bis 2020 30 US-$ pro t und Verdopplung in jeder folgenden Dekade)
  • progressive Nachlasssteuer (Generationengerechtigkeit); Ziel sollte 10–20% des nationalen Erbschafts- und Schenkungsvolumens sein
  • die Zukunftsfonds sollten ihre Anlagestrategien an langfristigen Nachhaltigkeits- und Klimaschutzzielen ausrichten und in entsprechende Schlüsselindustrien investieren

Zitat: "In dem Gutachten empfiehlt der WBGU der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) ihre Führungsrolle wahrzunehmen und die Umsetzung der 2015 verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) sowie des Klimavertrags von Paris kraftvoll anzugehen. Angesichts der zunehmenden Spannungen und Spaltungen in der Weltpolitik und in vielen nationalen Gesellschaften gewinnen diese beiden Abkommen noch größere Bedeutung. Dies gilt umso mehr nach der US-Präsidentenwahl. Die nachhaltige Entwicklung, insbesondere der globale Klimaschutz, ist gegenwärtig das einzige ehrgeizige Vorhaben beidem alle Nationen der Welt beteiligt sind und einen Konsens erreichen konnten. Durch Erfolge in diesem bedeutsamen Politikfeld können Staaten gegenseitiges Vertrauen aufbauen. Die Große Transformation zur Nachhaltigkeit wird so auch zum Friedensprojekt."

 

mehr: fr-online (13.12.2016): G20 - Fonds soll den Klimawandel begrenzen

mehr: WGBU (13.12.2016): Deutsche G20-Präsidentschaft für ein neues Menschheitsprojekt nutzen: Innovation, Investition, Infrastruktur, Inklusion

mehr: WGBU (13.12.2016): Hauptbotschaften - Auszug aus dem WBGU-Sondergutachten „Entwicklung und Gerechtigkeit durch Transformation“