Christliche Werte

Bundeskanzlerin beklagt fehlendes Wissen über Christentum

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in einem Interview mit der FAZ an die Christen in Deutschland gewandt und forderte sie auf, sich mehr mit dem Christentum auseinanderzusetzen. "Ich sehe [..] für Christen die Notwendigkeit, noch mehr und selbstbewusst über ihre christlichen Werte zu sprechen und ihre eigenen Kenntnisse ihrer Religion zu vertiefen." Durch die Säkularisierung in Deutschland habe das Wissen über die christliche Religion und christlichen Werte immer mehr nachgelassen. Unsere Demokratie, die heutige Werteordnung und das Verhältnis von Staat und Glauben hätten sich aber auf dem Fundament einer christlich-jüdischen Tradition entwickelt.  "Jeder sollte sich selbst fragen, was er zur Stärkung der eigenen Identität, zu der bei der Mehrheit immer auch noch die christliche Religion gehört, tun kann", mahnte Merkel. Sie sagte zugleich: "Das ist aber keine klassische Aufgabe für die Politik." Im Wesentlichen seien hier Kirchen und vor allem die Gläubigen gefordert. Die Politik könne nur Rahmenbedingungen schaffen, etwa den Religionsunterricht, den sie sehr unterstütze.

mehr: FAZ: Christen brauchen mehr Selbstbewusstsein

mehr: Die Zeit: Bundeskanzlerin beklagt fehlende Wissen über Christentum

 

Meinung

Wir meinen, dass Angela Merkel damit einen elementar wichtigen Punkt anspricht.

  1. Ein kundiger und selbstbewusster Standpunkt der Bürger in Deutschland, die sich auf christliche Werte beziehen, zu diesen Werten stehen und sie leben, vereinfacht die Debatte zum Flüchtlingsthema und ist segensreich im Gespräch mit Menschen, die den Islam als ihre Religion sehen.
  2. Noch viel wichtiger erscheint uns, dass damit die grundlegende ethische Orientierung zum Umgang mit den großen weltweiten Krisen bewusst wird. Dies ist eine entscheidende Voraussetzung, damit wir dazu beitragen können, diese großen Krisen erfolgreich meistern zu helfen.
  3. Obschon das Vermitteln unserer Grundwerte nicht Aufgabe der Politik zu sein scheint, darf unseres Erachtens die Politik sich nicht aus der Verantwortung nehmen.
  • Rahmenbedingungen für die Bildung zu setzen ist ein guter Schritt.
  • Bei der Integration von Flüchtlingen auch unsere Grundwerte und unser Verständnis von Ethik zu vermitteln ist aber sicher eine viel größere Herausforderung und Aufwand, als die Idee von diversen Politikern, die Flüchtlinge einen Zettel ausfüllen und unterschreiben zu lassen.

Die "C.." Parteien

Letztlich muss aber Politik und Wirtschaft ebenfalls zu den christlichen Werten stehen und danach handeln. Insbesondere die Parteien mit dem "C.." sehen sich dazu verpflichtet. Zitat aus dem Grundsatzprogramm der CDU vom 3.12.2007: "Die CDU will die christlich geprägten Wertgrundlagen unserer freiheitlichen Demokratie bewahren und stärken. Wir leiten aus ihnen die Grundwerte Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit her." Besonders wichtig erscheint uns, dass dies nicht nur für den eigenen Wirkungsbereich (Kommune, Kreis, Bundesland, Deutschland) verstanden wird. Zitat "Solidarität darf nicht missbraucht werden und sie verpflichtet uns – gegenüber künftigen Generationen und weltweit."

Vergleicht man die aktuelle Debatte innerhalb CDU/CSU vor diesen Grundsätzen, so wird offenkundig, dass das was Angela Merkel für die Christen in Deutschland anmahnt in sehr besonderem Maße für die "C.." Schwesternparteien notwendig ist.

 

Enzyklika LAUDATO SI´

Angela Merkel weist darauf hin, dass unsere Demokratie, die heutige Werteordnung und das Verhältnis von Staat und Glauben sich auf dem Fundament einer christlich-jüdischen Tradition entwickelt haben. Wer sich mit dem aktuellen Verständnis der christlichen Werte in diesem Zusammenhang auf den neuesten Stand bringen möchte, kann dies unseres Erachtens sehr gut auf Grundlage der Enzyklika LAUDATO SI´ [24. Mai 2015] tun.

Papst Franziskus zeigt, dass alles miteinander verbunden ist. "Es gibt nicht zwei Krisen nebeneinander, eine der Umwelt und eine der Gesellschaft, sondern eine einzige und komplexe sozio-ökologische Krise. Die Wege zur Lösung erfordern einen ganzheitlichen Zugang, um die Armut zu bekämpfen, den Ausgeschlossenen ihre Würde zurückzugeben und sich zugleich um die Natur zu kümmern."[139]

mehr: Umwelt-Enzyklika

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