Erneuerbare 2015

2015 haben die Erneuerbaren Energien endgültig die zentrale Rolle im Stromsystem eingenommen

In 2015 übernahmen Erneuerbare Energien erstmals die dominierende Rolle im deutschen Stromsystem. Sie lieferten mehr Strom als je ein anderer Energieträger seit 1990.

 

Jede dritte Kilowattstunde (32,5%), die hierzulande verbraucht wurde, stammte aus Wind-, Solar, Wasser und Bioenergie-kraftwerken (in 2014 waren es noch 27,4%).

 

Die Stromproduktion aus Windenergie wuchs gar um 50% (Gründe: Zubau Windkraft an Land, Zubau Windkraft offshore und ein gutes Windjahr).

 

Bedenklich stimmt, dass auch die Stromproduktion mit insgesamt 647 Terawattstunden (TWh) in 2015 ein Allzeithoch in Deutschland erreichte da vor allem die Kohlekraftwerke ihre Stromproduktion trotz der gestiegenen Anteile Erneuerbarer Energien kaum gedrosselt haben. Die Folgen ist ein gestiegener Stromexport von 60,9 TWh ins benachbarte Ausland, was ebenfalls ein neuer Rekordwert ist (+50% Steigerung gegenüber 2014), d.h. etwa ein Zehntel des in Deutschland produzierten Stroms wurde in 2015 ins Ausland verkauft.

 

Deutschland hat also Strom im Überfluss – trotz der Stilllegung der Atomkraftwerke.

 

Der durch Erneuerbare im Inland überflüssig gemachte Kohlestrom drängt jetzt ins Ausland. Die Klimabilanz des deutschen Stromsystems hat sich deshalb im vergangenen Jahr kaum verbessert. Die Strompreise an den Börsen sind weiterhin rückläufig und waren in 2015 mit 31,60 Euro pro Megawattstunde nach Skandinavien  die zweitniedrigsten in Europa.

 

Bekanntermaßen jammert das ehemals so mächtige Oligopol der großen 4 Stromproduzenten (E.ON, RWE, EnBW, Vattenfall) über die niedrigen Strompreise. Klare Rahmenbedingungen für einen geordneten Kohleausstieg durch die Politik sind offenkundig überfällig um die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen, einen sozialverträglichen Kohleausstieg zu organisieren und den 4 großen Konzernen Leitplanken zu geben, damit sie ihre Zukunft ordnen können.

 

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