Willkommen bei FÖREN e.V.

Wir setzen uns seit mehr als 25 Jahren für die "rderung REgenerativer EnergieN" im Taunus ein.

Bisher ging es dabei um den Ausbau der Erneuerbaren Energien und den Atomausstieg. Mittlerweile ist der Atomausstieg in Deutschland beschlossene Sache und es kommt fast jede dritte Kilowattstunde aus Erneuerbaren (Anteil am Bruttostromverbrauch in Deutschland lag in 2015 bei 32,5%).
Heute erfordern Themen wie Klimaschutz, Kohleausstieg, eine umweltverträgliche Biomassenutzung und damit verbunden eine umweltverträgliche Landwirtschaft verstärkt unser Engagement.

Zukünftig wird für einen vollständigen Umstieg auf Erneuerbare Energien bis 2050 die Optimierung des Gesamt-Energieversorgungssystems für Strom, Wärme und Verkehr entscheidend sein. Dabei steht aus unserer Sicht die Umweltverträglichkeit an erster Stelle, wobei auch die Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit wichtige Anforderungen darstellen. Technische Fortschritte,  wie wir sie in den letzten 25 Jahren bei Photovoltaik und Windkraft beobachten konnten, sind zukünftig auch in Schlüsseltechnologien wie Batterien und Power-to-Gas möglich. Dies verdient eine hohe Aufmerksamkeit und breite gesellschaftliche Unterstützung.

 

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist bislang eine Erfolgsgeschichte. Bis zur kompletten Umstellung auf Erneuerbare Energien für Strom, Wärme und Verkehr ist aber noch viel zu tun.

Die Debatte um Atomkraft ist nicht beendet. Deutschland ist heute immer noch zweitgrößter Produzent von Atomstrom und Atommüll in der EU. Die Frage der sicheren Lagerung von Atommüll ist ungelöst - sowohl für das 22. Jahrhundert als auch die sichere "Zwischen-"Lagerung von Atommüll im 21. Jahrhundert. Und Deutschland muss seinen Einfluss auf unserer Nachbaren in der EU, der Schweiz bis hin zur Ukraine gelten machen um die Europäer und damit auch uns vor den Risiken und Folgekosten der Atomkraft zu schützen. Lernen aus Atomkraft ist wichtig, um die systematischen Fehler in Politik und Wirtschaft zu erkennen. Dies schärft den Blick zu sehen, dass Politik und Wirtschaft die gleichen Fehler auch in anderen Bereichen wiederholen da sie oftmals immer noch nicht nachhaltig denken und handeln.

 

Global denken, lokal handeln

Ökosysteme enden nicht an der Gemarkungsgrenze einer Gemeinde und es ist festzustellen, dass unsere elementaren Lebensgrundlagen immer stärker geschädigt werden. Die Ursachen und Zusammenhänge zu verstehen erfordert ein globales Denken (Beispiel Klimawandel). Jeder hat als Verbraucher und Bürger die Freiheit zu handeln, um der Schädigung unserer Umwelt entgegenzuwirken.

Konkret etwas zu tun, beginnt im eigenen Verhalten, was und wie viel man verbraucht, ob und wie man sich in Initiativen in der eigenen Kommune und in der Region einbringt. Unserer "Region" liegt im Bereich Idstein, Niedernhausen und Umgebung sowie in der Vernetzung mit weiteren Initiativen im Taunus. Die Möglichkeiten auch aus Initiativen heraus eine positive Veränderung anzuregen und zu unterstützen sind vielfältig wie Beispiele von Bürgersolaranlagen und Stromnetzkauf zeigen.

 

Politik

Barack Obama: Klimawandel, letzte Generation

Umweltschutz und dabei insbesondere Klimaschutz hat mittlerweile eine hohe Priorität auf der Agenda der Politik auf allen Ebenen. An gut formulierten Reden und griffigen Schlagworten zur Dringlichkeit und Bedeutung des Themas mangelt es nicht. Bei der Umsetzung sieht es aber leider oft anders aus. Immerhin haben 195 Länder auf der UN-Klimakonferenz in Paris am 12.12.2015 ein historisches Klimaabkommen beschlossen. Als verbindliche Obergrenze für die Erderwärmung gilt weiterhin das zwei Grad Ziel, laut Vertrag will man aber zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Zweifellos ist es eine enorme Herausforderung, dieses Abkommen auch umzusetzen. Der Ausstoß von Treibhausgasen ist  innerhalb weniger Jahrzehnte auf netto Null zu senken (Dekarbonisierung). Wir sehen eine unserer Aufgaben darin, in unserer Region die konkrete Umsetzung von Maßnahmen durch die Politik zu analysieren und dort, wo wir eklatante Lücken zwischen Reden, Konzept und konkretem Klima- und Umweltschutz erkennen, die Mängel offen anzusprechen.

 

Ethik, Verantwortung, Lebensstil

Papst Franziskus: unser gemeinsames Haus, Mülldeponie, Klimawandel, Lebensstil

Man mag den Religionen verbunden sein oder gegenüberstehen wie man will. Letztendlich hat jeder Mensch einen Wesenskern, der Moral, Ethik und Mitmenschlichkeit in sich trägt.

 

Die Umwelt-Enzyklika von Papst Franziskus zeigt, wie die ethische Entwicklung der Menschen zur Lösung der globalen ökologischen Krise und sozialen Ungerechtigkeit beitragen kann. Ein christliches Weltbild und christliche Werte helfen, die Ursachen der globalen sozio-ökologischen Krise zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen, einen neuen Lebensstil zu wählen und damit eine gute Zukunft mitzugestalten, bei der die Natur und das Gemeinwohl in angemessener Weise gepflegt werden.

 

Wissenschaft, Lösungsansatz

E. U. von Weizsäcker: Menschheit lernt oder geht zugrunde

Eine herausragende Persönlichkeit zum Thema Umwelt ist Ernst Ullrich von Weizsäcker.

"Großer Wandel steht uns bevor. Noch nie stand die Menschheit, standen wir vor einer so überwältigenden Aufgabe" lauten die ersten Sätze in seinem Buch Faktor Fünf (Rezension/Handelsblatt , Interview). Ob wir einfach so weitermachen und die Lebensgrundlagen der Menschheit zerstören, liegt in unserer Hand. Weizsäcker hält sich aber nicht mit Warnen und dem Beklagen der Situation auf, sondern skizziert einen sehr ambitionierten, aber machbaren Lösungsweg. Wir haben die Chance, die "Perspektive eines CO2-schlanken Wohlstands" zu realisieren.[1]

  • Effizienz: Dazu müssen wir "unser ganzes Können in Naturwissenschaft und Technik dafür einsetzen, die Umweltbelastungen entscheidend zu verringern ... eine Reduzierung der Umweltbelastung um den Faktor Fünf ist ein ... realistisches Ziel, das zu äußerst tiefgreifenden Veränderungen quer durch alle Industrien, Gesellschaften und Kulturen führen würde." meint Weizsäcker[1]. Die weltweite Ressourcenproduktivität lässt sich um mindestens 75 bis 80 Prozent steigern, zeigt Weizsäcker und sein Team.
  • Erneuerbare: Der verbleibende Energiebedarf könnte komplett durch Erneuerbare Energien gedeckt werden.
  • Entgierung: Die Fortschritte mit dieser Effizienzrevolution dürfen aber nicht wiederum durch weiters Wachstum an Ressourcen- und Energieverbrauch zunichte gemacht werden. Eine nachhaltige Zivilisation kommt nicht ohne Rücksichtnahme auf das Gemeinwohl aus.

Wir meinen, die oben skizzierten Lösungsansätze ergänzen sich, gehen in die richtige Richtung und zeigen eine attraktive Zukunftsperspektive. Diese Gesamtsicht, wie wir uns den Weg zu einer lebenswerten Zukunft erarbeiten können, bietet jedem Einzelnen, allen gesellschaftlichen Gruppen sowie der Politik auf allen Ebene einen Kompass zum Handeln.